Ob Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche, Pfirsich oder Aprikose. Wenn Sie nicht nur viel, sondern auch hoch qualitative Früchte ernten wollen müssen Sie ihren Baum regelmäßig schneiden. Oder Sie beauftragen Baumpflege Vogel. Der Obstbaumschnitt ist eine meiner großen Leidenschaften in der Baumpflege. Neben dem fachgerechten Erziehungs-, Erhaltungs- und Verjüngungsschnitt kontrolliere ich auch den Allgemeinzustand des Baumes für Sie und empfehle Ihnen eventuell notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Gesamtsituation.

Warum sollten Sie ihren Obstbaum schneiden?
Obstbäume sind langlebige Gehölze, die oft Alter von siebzig bis einhundert Jahren erreichen. Dafür brauchen Sie Pflege, gleich von Beginn an. Von der Wahl des richtigen Baumes bis zu seinem Ableben gilt es ihn bestmöglich zu Pflegen, was regelmäßige Schnittmaßnahmen bedeutet.
In den ersten Jahren nach der Pflanzung, der sogenannten Erziehungsphase, ist es wichtig ein gutes Kronengerüst zu erzeugen. Hier liegt der Fokus nicht auf dem Fruchtertrag, sondern auf dem Aufbau der Krone, der in der Zukunft einen bestmöglichen Ertrag garantiert. Die Dauer dieser Phase hängt von der Unterlage des Baumes ab. Obstbäume sind in der Regel veredelt. Das bedeutet sie haben eine Unterlage, das Wurzelsystem, das die Wuchsdynamik vorgibt und ein Edelreis, die Krone, die die Früchte und deren Qualität bestimmt. Bei einem Hochstamm dauert die Erziehungsphase in der Regel 10-12 Jahre. Ein Halbstamm kann bereits nach 4-5 Jahren in die Erhaltungsphase übergehen. Noch schneller geht es bei Buschbäumen. Hier ist die Erziehungsphase bereits nach 2-3 Jahren beendet und erste Früchte können geerntet werden.
Um die Baumkrone lichtdurchlässig zu halten, ist ein regelmäßiger Schnitt unverzichtbar. Nichtgeschnittene Bäume bilden dichte Kronen, in denen kein Sonnenlicht an die Früchte gelangt. Nur Früchte die genug Sonnenlicht abbekommen, bilden die sortentypische Qualität aus und sind besonders reich an Vitaminen und Phenolen.

Eine locker und offen aufgebaute Krone garantiert das schnelle Trocknen der Äste und Blätter nach einem Regenschauer. Pilzkrankheiten, die fast immer auf Feuchtigkeit angewiesen sind, fällt es so schwerer sich am Baum zu etablieren. Mit Abstand die günstigste Form des Pflanzenschutzes. Der alte Spruch „Durch einen geschnittenen Apfelbaum muss man einen Hut werfen können“ beinhaltet viel Wahres. Etwas überspitzt, aber im Grunde korrekt beschreibt er das Abtrocknen des Baumes, sowie die höhere Fruchtqualität durch Sonneneinstrahlung.
Vor allem bei älteren Bäumen kommt es häufig zu Alternanz. Alternanz bedeutet, dass ein Baum abwechselnd in einem Jahr extrem viel und im folgenden Jahr fast keine Früchte trägt. Meist ist auch die Fruchtqualität in den Jahren mit hohen Erträgen nicht gut. Es werden viele, jedoch sehr kleine Früchte geerntet. Mit dem richtigen Schnitt kann diese Alternanz mit der Zeit wieder geglättet werden, sodass Sie jedes Jahr einen guten Ertrag mit hoher Fruchtqualität erzielen können.
In der Erhaltungsphase gilt es durch Fruchtholzerneuerung die Vergreisung des Baumes zu vermeiden. „Abgetragenes“ Fruchtholz wird durch den Schnitt entfernt, wodurch neues Fruchtholz gebildet wird, das wieder Früchte mit hoher Qualität tragen wird.

Auch die Statik des Baumes wird durch den richtigen Schnitt des Baumes bereits in der Erziehungsphase richtungsweisend beeinflusst. Häufig sieht man auf Streuobstwiesen, dass große Äste aufgrund des Gewichtes der Früchte aus dem Stamm herausgebrochen sind. Ein Bild fehlender Pflege. Durch den richtigen Erziehungs- und Erhaltungsschnitt kann die Stabilität der Äste gestärkt und die Anzahl der Früchte reduziert werden, was neben verringerter Bruchgefahr gleichzeitig höhere Fruchtqualität bedeutet.
Die drei Schnittphasen des Obstbaumes
Erziehungsschnitt: Ziel des Erziehungsschnitt ist der Aufbau einer Krone, die im Gleichgewicht zwischen Wachstum und Fruchtbarkeit steht. Die Dauer der Phase beträgt je nach Unterlage zwischen 2-3 und 10-12 Jahre. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Ausformung der Leitäste und der Terminale. Dabei gilt es die Artenspezifischen Wuchseigenschaften zu beachten. Die Birne beispielsweise bevorzugt einen aufrechteren, steileren Wuchs. Apfelsorten, wie beispielsweise die alten Sorten „Winterramour“ und „Boskoop“ wachsen von Natur aus eher flacher und breiter.
Erhaltungsschnitt: In der Erhaltungsphase ist die Ausformung der Krone abgeschlossen. Der Zuwachs an Neutrieben verringert sich. Der Erhaltungsschnitt sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sprossteilen die den Baum ernähren und fruchttragenden Sprossteilen. Ein maßvolles Auslichten der Krone, hier wird besonders darauf geachtet Äste die in die Baumkrone hinein wachsen zu entfernen, sorgt dafür, dass der Blütenknospenansatz nicht nachlässt. Durch regelmäßigen Schnitt kann der Baum möglichst lange in dieser Phase gehalten werden, was möglichst lange den besten Ertrag garantiert.
Verjüngungsschnitt: In der Alterungsphase kommt das Triebwachstum nach und nach zum Erliegen. Vor allem Bäume, die viele Jahre nicht geschnitten wurden neigen zur Alternanz. Häufig zeichnet sich das Erscheinungsbild alter nicht geschnittener Bäume durch herabhängende Schleppäste mit viel Quirlholz aus. Es werden nur kleine Früchte gebildet und nach jedem Ertrag ist das Holz ermüdet und „ruht“ sich ein Jahr aus, bis es im nächsten Jahr erneut kleine Früchte bildet. Um das Wachstum von neuem Holz anzuregen wird im Verjüngungsschnitt bis ins alte Holz zurückgeschnitten. Wichtig dabei ist es auf Seitenäste abzuleiten. Insgesamt sollte nicht mehr als 25% der Gesamtblattmasse entfernt werden. Kleine Schnitte, wie beispielsweise das Entfernen des Quirlholzes sind zu diesem Zeitpunkt überflüssig und werden auf die kommenden Jahre verlegt. Der Verjüngungsschnitt verläuft über mehrere Jahre. Durch den starken Rückschnitt bildet der Baum im kommenden Jahr Wasserschosse. Diese senkrechten Triebe müssen zum teil direkt, zum Teil im folgenden Jahr entfernt werden.
Wann schneidet man einen Obstbaum?
Das Wichtigste bei der Wahl des Zeitpunktes für den Obstbaumschnitt ist das Verständnis für den Einfluss des Zeitpunktes auf die Reaktion des Baumes. Wurden früher Bäume hauptsächlich im Winter geschnitten, wird heutzutage auch häufig der Sommerschnitt angewendet. Beide Schnittzeitpunkte haben ihre Vorteile und müssen je nach Baum individuell ausgewählt werden um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Winterschnitt: Anfang Februar bis Ende März. Der Winterschnitt fördert das Triebwachstum. Es werden neue Triebe gebildet, die dann je nach Baumart im folgenden Jahr Früchte tragen werden. Vor allem bei älteren Bäumen, deren Wuchs verlangsamt oder zum Stillstand gekommen ist, kann der winterliche Verjüngungsschnitt frischen Wind ins Leben des Baumes bringen. Schnittstellen bieten immer Eintrittspforten für Pilze und andere Schaderreger. Durch den Schnittzeitpunkt kurz vor der Vegetationsphase kann der Baum direkt auf die Schnittmaßnahmen reagieren und mit der Abschottung und Überwallung der Wunden beginnen. Um Frostschäden zu vermeiden sollte bei Temperaturen unter -4°C nicht geschnitten werden.

Sommerschnitt: April bis Ende Juni. Der Sommerschnitt dämpft das Triebwachstum und steigert dafür einen reichen Blütenknospen- und somit Fruchtansatz. Durch den Schnitt im belaubten Zustand wird die Assimilationsfläche des Baumes reduziert. Gleichzeitig nimmt man dem Baum mit der Blattmasse Nährstoffe, was das Triebwachstum weiter beruhigt. Vor allem bei stark wüchsigen Baumarten ist der Sommerschnitt das beste Mittel um den Zuwachs klein zu halten. Die Schnittstellen können durch den aktiven Saftfluss direkt abgeschottet werden und die Überwallung beginnt sofort nach dem Schnittzeitpunkt.
Ernteschnitt: Der Schnitt während oder nach der Ernte ist ein Sonderfall, der lediglich bei Süßkirschen Anwendung findet. Die Süßkirsche ist in der Regel sehr wüchsig. Um das Wachstum möglichst zu reduzieren, eignet sich der Schnitt während der Erntezeit. Die Assimilationsfläche wird dadurch reduziert und die Entnahme der Blattmasse nimmt dem Baum gleichzeitig Nährstoffe, was ein verringertes Wachstum im kommenden Jahr bedeutet.

Tipp: Lassen Sie Ihren Kirschbaum zur Ernte Schneiden, die Ernte der Früchte ist direkt von den abgeschnittenen Ästen deutlich einfacher als von der Leiter im Baum.
Ich glaube mein Obstbaum ist krank. Was kann ich tun?
Rufen Sie mich an! Um die Gesundheit Ihrer Bäume zu garantieren, ist es wichtig eventuelle Schaderreger und Krankheiten möglichst schnell zu erkennen. Nur durch die Bestimmung des Problems können wichtige Maßnahmen getroffen werden um die Gesundheit Ihres Baumes zu Schützen und ihm so ein langes Leben zu ermöglichen. Am allerbesten ist natürlich die Prävention. Ein gut gepflegter, regelmäßig geschnittener Obstbaum ist weit weniger Anfällig für Krankheiten und Schädlinge als ein nicht gepflegter.
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