Eine Kroneneinkürzung erfolgt in der Höhe und Breite des Baumes. Ziel ist es ein möglichst harmonisches Ergebnis zu erzielen, das den Habitus (das natürliche Erscheinungsbild des Baumes) in verkleinertem Maßstab ästhetisch ansprechend wiedergibt. Die Kroneneinkürzung ist dann nötig, wenn die Verkehrssicherheit des Baumes nicht mehr gewährleistet ist. Die Kroneneinkürzung ist dann möglich, wenn der Baum nicht mehr den Vorstellungen oder der Sicherheitserwartung des Baumeigentümers entspricht.

Gründe für eine Kroneneinkürzung
Es gibt viele Gründe für eine Kroneneinkürzung. Der wichtigste Grund ist die Verkehrssicherheit. Baumeigentümer sind dazu verpflichtet sicherzustellen, dass von Ihren Bäumen keine Gefahr für den Verkehr ausgeht. Durch die Kroneneinkürzung wird der Baum in seiner Höhe und Breite eingekürzt, wodurch seine Segelfläche und damit die Angriffsfläche für Wind und Sturm reduziert wird. Neben der Gesamtkrone können auch nur einzelne Äste, die statisch problematisch sind, eingekürzt werden um die Sicherheit des Baumes wieder herzustellen. Auch der Abstand zu Gebäuden kann ein Grund für eine Kroneneinkürzung sein. Der Fassaden- und Dachfreischnitt sorgt für genug Raum zwischen den Ästen und dem Haus, um Schäden am Haus und nervtötendes Kratzen im Wind zu verhindern. Ihre Photovoltaikanlage wird von der Baumkrone beschattet? Auch hier kann eine fachgerechte Einkürzung des Baumes helfen die Lösung für einen maximalen Ertrag der Anlage zu finden ohne den Baum fällen zu müssen.


Ein weiterer Grund für eine Kroneneinkürzung kann ein vorheriger Eingriff in den Wurzelraum des Baumes sein. Durch Baumaßnahmen verlieren Bäume häufig einen Teil ihrer Wurzeln. Diese Wurzeln fehlen um die Standsicherheit des Baumes aufrechtzuerhalten. Eine Kroneneinkürzung kann helfen die Segelfläche des Baumes zu reduzieren, sodass geringere Windlasten auf den Baum treffen und die Standsicherheit wieder garantiert ist.
Was gilt es bei einer Kroneneinkürzung zu beachten?
Das wichtige bei Kroneneinkürzungen ist das Verständnis dafür wie der Baum auf die Maßnahmen reagieren wird. Hier gilt oft der Leitspruch „weniger ist mehr“. Grund dafür ist das Reaktionsverhalten der Bäume. Wird ein Baum zu stark zurückgeschnitten, man spricht von Kappungen, werden mehr Probleme geschaffen als gelöst. Durch den starken Schnitt wird der Baum in einen Schockzustand versetzt, der einen panischen Austrieb neuer Blattmasse auslöst. An einer Schnittstelle treiben oft nicht ein oder zwei neue Äste, sondern gleich fünf oder sechs. Bereits wenige Jahre nach der Schnittmaßnahme ist so die Blattmasse und damit auch das Gewicht an der Schnittstelle deutlich höher als vor der Schnittmaßnahme. Ein weiteres Problem für die Verkehrssicherheit ist die große Schnittstelle selbst. Schnittstellen bieten immer eine Eintrittspforte für Pilze und andere Schaderreger. Es entstehen Fäulen, die das Holz zersetzen und somit die Statik und Bruchfestigkeit des Baumes vermindern. Je größer die Schnittstelle ist, desto länger braucht der Baum um diese mit neuem Zuwachs zu Überwallen. Eine große Schnittstelle bietet viele Jahre Angriffsfläche für Pilze, wodurch an diesen oft Hohlräume entstehen. Das große Gewicht der neuen Paniktriebe lastet nun auf dieser statisch beeinträchtigten Schnittstelle. Die besten Voraussetzungen für einen Ausbruch. Um Ausbrüche zu vermeiden, sollten die Schnitte möglichst klein gehalten werden. Wichtig ist dabei, nach Möglichkeit auf kleinere Versorgungsäste zu schneiden, die den Paniktrieb verringern und den Ast vor dem Absterben schützen. Der Einkürzungsgrad sollte nicht über 20% liegen.
Sind Kappungen nie sinnvoll?
Der Kronensicherungsschnitt ist die einzige Maßnahme die das Prinzip einer Kappung rechtfertigt. Der Kronensicherungsschnitt wird dann angewendet, wenn die Verkehrssicherheit aufgrund einer Notlage schnell wiederhergestellt werden muss. Oft ist dies nach Stürmen der Fall, in denen ein Baum schwere Schäden erlitten hat und auseinanderzubrechen droht. Um dies zu verhindern, wird der Situation entsprechend bis weit über den Starkastbereich (>10cm) eingekürzt. Auf diese Weise können Bäume, die sonst nur gefällt werden müssten, noch mehrere bis viele Jahre erhalten werden.
Ein weiterer Fall sind sehr alte bereits, in der Oberkrone absterbende Bäume. Oft bildet sich hier eine sogenannte Sekundärkrone. Der Baum ist durch sein Alter, Krankheiten oder andere Schäden nicht mehr in der Lage, die am weitesten von den Wurzeln entfernten Kronenteile zu versorgen, wodurch sie absterben. Um trotzdem weiter am leben zu bleiben, bildet sich eine kleinere Krone, wodurch sich der Baum noch viele Jahre oder gar Jahrzehnte versorgen kann. Auch hier ist der Kronensicherungsschnitt, der die abgestorbenen Teile entfernt, die richtige Maßnahme um den Baum sicher zu erhalten.

Tipp:
Um dem Baum die besten Voraussetzungen zu geben die entstehenden Schnittstellen einer Kroneneinkürzung abzuschotten und zu überwallen, bietet sich der Schnittzeitpunkt während der Vegetationsperiode von Anfang März bis September an.
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